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Protokollbuch der Feldschützen  von Hülzweiler 

von Heinz Bernard

(1862 – 1891)

Vor einiger Zeit kam ich durch einen Zufall an das Protokollbuch der Feldschützen von Hülzweiler aus der Zeit von 1862 – 1891. Es ist ein vergilbter Foliant, unansehnlich, zerfleddert, teilweise unleserlich, mit Wasserflecken übersät, mit großen Lücken, dafür aber um so kostbarer. Aus den Trümmern eines zerbombten Hauses, unter Schutt und Asche, Wind und Wetter ausgesetzt, wurde es – Gott sei Dank – herausgegraben. Der Finder, Herr Gerhard Schmitt, zu jener Zeit Briefträger in Hülzweiler, heute Besitzer des Hotels „Zur Freilichtbühne“ hatte eine gute Nase, ein Gespür für etwas Besonderes. Dieses Buch ist eine wahre Fundgrube für Heimatforscher. Es macht uns vertraut mit Sitten und Bräuchen, mit der wirtschaftlichen und sozialen Situation der Menschen zur damaligen Zeit, mit den Nöten und Ängsten der Bauern, der Bergleute, der Arbeiter und Tagelöhner, mit dem Pflanz- und Saatgut und nicht zuletzt mit der mundartlichen Bezeichnung unserer Flurnamen, vor allem aber mit der Arbeit, der Stellung und dem Ansehen der Feldschützen in der damaligen Gesellschaft. 

Ich habe mich bemüht, die Niederschrift wortgetreu, mit allen Fehlern zu übertragen, um so den damaligen Wortschatz, den Sprachstil und die grammatikalischen Kenntnisse zu dokumentieren.   

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Geschichtlicher Rückblick

(Heinz Bernard)

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick gibt uns Auskunft über die territoriale Zugehörigkeit unseres Dorfes zu jener Zeit.

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation übernahm nach dem Tode seines Vaters „Karl der Große“ ( + 840 ) sein Sohn Ludwig. Im Vertrag zu Verdun 843 teilten dessen Söhne Lothar, Karl und Ludwig das Reich unter sich auf. Lothar erhielt die Kaiserwürde und das Mittelreich mit Italien, Karl das Westreich (Frankreich) und Ludwig das Ostreich (Deutschland). Das Mittelreich wurde wieder geteilt und unter Lothar II. taucht zum ersten Mal der Name „Lothringen“ auf, das unter Kaiser Otto I. in die Herzogtümer Ober- und Niederloth-ringen aufgespaltet wurde. Hülzweiler gehörte über Jahrhunderte hinweg zum erstgenannten Herzogtum. In der Stiftungsurkunde des Klosters Fraulautern im Jahre 1154 wird unser Dorf als Besitztum des Klosters erwähnt. Die Schirmherrschaft besaßen die Grafen von Saarbrücken. Laut Vertrag vom 25.08.1581 zwischen dem Grafen Philipp von Saarbrücken und dem Herzog Karl III. von Lothringen wurden die Ortschaften rechts der Saar, die zum Herrschaftsbereich des Klosters Wadgassen gehörten, der Grafschaft Nassau – Saar-brücken zugesprochen. Alle anderen, dazu gehörten auch Hülzweiler und Griesborn, als Besitztümer des Klosters Fraulautern, blieben im Herzogtum Lothringen. Im Laufe des 30 jährigen Krieges eroberten die Franzosen im Bündnis mit den Schweden das Herzogtum Lothringen, so dass auch unsere Heimat unter französische Herrschaft geriet. Erst im Frieden von Ryswick 1697 wurde Lothringen wieder selbständig und Hülzweiler wieder lothringisch, obwohl die klösterliche Herrschaft von Fraulautern in der Bannmeile der französischen Festung Saarlouis lag, die  von 1680 – 1683 auf lothringischem Boden erbaut wurde. Um 1690 wurden die ersten Karten unserer Heimat erstellt. Die endgültige Regelung der politischen Verhältnisse der Festung sowie der Ortschaften in der Bannmeile wurde 1718 in Paris so festgelegt, dass Saarlouis und diese Orte französisches Staatsgebiet waren. Unser Dorf lag auf lothrin-gischem Gebiet, in der Gerichtsbarkeit des Kloster Fraulautern, das seinerseits unter der Oberhoheit des französischen Königs stand. Die offizielle Amtssprache war französisch. Im Friedensvertrag von Wien 1738 wurde festgelegt, dass nach dem Tode des Herzogs Stanislaus das Herzogtum Lothringen an Frankreich fällt. Während seiner Regierungszeit wurde unsere Heimat neu vermessen, Grenzen festgelegt und erste Karten angelegt. In dieser Zeit entstand auch die älteste Karte, auf der auch unser Dorf „Holtzweiller“ verzeichnet ist. Nach dem Tode von Herzog Stanislaus im Jahre 1766 wurde unser Dorf endgültig französisch. Die 1789 beginnende französische Revolution und die Herrschaft Napoleons wirkten sich in territorialer Hinsicht nicht auf unser Dorf aus. Erst nach der Niederlage der Franzosen gegen die Preußen im Jahre 1815 kam unsere Heimat zu Preußen. 

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Einwohnerzahlen von Hülzweiler

1361 – 2002

(Heinz Bernard)

Jahr

1361

1433

1513

1600

1610

1618

1656

1671

1681

Einw.

»50

»70

»70

»90

»100

»100

0

30

40

Haush.

5

8

 

10

 

 

 

4

6

 

Jahr

1684

1708

1711

1725

1739

1750

1802

1815

1820

Einw.

»60

»75

»100

»120

»180

»200

320

396

403

Haush.

8

10

15

16

20

25

50

»80

80

 

Jahr

1821

1828

1831

1841

1843

1846

1855

1861

1864

Einw.

412

488

498

642

686

690

799

867

911

Haush.

81

 

»100

 

 

»115

 

 

 

 

Jahr

1867

1871

1875

1877

1880

1885

1890

1895

1897

Einw.

925

980

1075

1100

1257

1415

1575

1834

1900

Haush.

 

 

 

 

247

 

170

 

 

 

Jahr

1900

1902

1904

1905

1908

1910

1912

1914

1916

Einw.

2124

2256

2401

2447

2608

2775

2987

3035

3078

 

Jahr

1917

1918

1925

1927

1928

1930

1933

1935

1939

Einw.

3106

3025

3384

3516

3453

»3600

3716

3516

3729

 

Jahr

1945

1946

1948

1949

1951

1954

1955

1956

1959

Einw.

3800

3825

3991

4073

4119

4276

4415

4800

4810

 

Jahr

1961

1964

1965

1966

1970

1971

1973

1981

1982

Einw.

5229

5465

5535

5636

5636

5622

5620

5148

5167

 

Jahr

1983

1984

1985

1986

1987

1988

1989

1990

1991

Einw.

5175

5134

5143

5153

5244

5381

5213

5211

5231

 

Jahr

1992

1993

1995

1996

2000

2002

 

 

 

Einw.

5286

5367

5282

5232

5189

5157

 

 

 

1361 – 2002

(Heinz Bernard)

Jahr

1361

1433

1513

1600

1610

1618

1656

1671

1681

Einw.

»50

»70

»70

»90

»100

»100

0

30

40

Haush.

5

8

 

10

 

 

 

4

6

 

Jahr

1684

1708

1711

1725

1739

1750

1802

1815

1820

Einw.

»60

»75

»100

»120

»180

»200

320

396

403

Haush.

8

10

15

16

20

25

50

»80

80

 

Jahr

1821

1828

1831

1841

1843

1846

1855

1861

1864

Einw.

412

488

498

642

686

690

799

867

911

Haush.

81

 

»100

 

 

»115

 

 

 

 

Jahr

1867

1871

1875

1877

1880

1885

1890

1895

1897

Einw.

925

980

1075

1100

1257

1415

1575

1834

1900

Haush.

 

 

 

 

247

 

170

 

 

 

Jahr

1900

1902

1904

1905

1908

1910

1912

1914

1916

Einw.

2124

2256

2401

2447

2608

2775

2987

3035

3078

 

Jahr

1917

1918

1925

1927

1928

1930

1933

1935

1939

Einw.

3106

3025

3384

3516

3453

»3600

3716

3516

3729

 

Jahr

1945

1946

1948

1949

1951

1954

1955

1956

1959

Einw.

3800

3825

3991

4073

4119

4276

4415

4800

4810

 

Jahr

1961

1964

1965

1966

1970

1971

1973

1981

1982

Einw.

5229

5465

5535

5636

5636

5622

5620

5148

5167

 

Jahr

1983

1984

1985

1986

1987

1988

1989

1990

1991

Einw.

5175

5134

5143

5153

5244

5381

5213

5211

5231

 

Jahr

1992

1993

1995

1996

2000

2002

 

 

 

Einw.

5286

5367

5282

5232

5189

5157

 

 

 

==> Aktuallisierung folgt

   

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© Hans Günter Groß